1.) Die Erweiterung der A81 auf 6 oder 8 Spuren nebst bebaubarem/nutzbarem Deckel wird gefördert. Ebenso der Erhalt/Ausbau der Tangenten zur Entlastung der unserer Straße und der Innenstadt.

Der Deckel muss sein - schon um die Lärmwalze von der Autobahn nicht mehr bis zu uns durchdringen zu lassen. Aber nicht um jeden Preis! Der zunehmende Fluglärm wird diese ohnehin problemlos ersetzen.

Der Anteil am überörtlichen Durchgangsverkehr liegt zur Zeit bei 80%. Je schneller die A 81 nebst Tangenten ausgebaut ist, desto besser. Dann gibt es kein Alibi mehr und wir müssen  entlastet werden. Das Hauptproblem sind die Bundesmittel. Das haben wir thematisiert, wobei wir die Wirksamkeit noch etwas steigern können.

Vielen Dank an alle, die die letzten 2 Monate an den aktuellen Schreiben zur Unterstützung der Finanzierung  einer nutzbaren/bebaubaren Deckellösung und großzügig ausgebauter A 81 mitgearbeitet haben. Hoffen wir, dass man/frau sich zu einer deutlichen Intervention durchringen können.

2.) Unser wichtigstes Ziel bleibt nach wie vor der Kampf gegen den Lärm. Trotz Leibnizstraße, geänderter Beschilderung, usw. liegen wir immer noch beim knapp Dreifachen (10 dB ist Verdoppelung) für ein Wohngebiet. Daran können nur die konsequente Leitung des Durchgangsverkehrs über die Leibnizstraße und Tempo 30 etwas ändern. Diese Forderung ist bekanntlich erneuert worden. Tun wird sich wohl nichts. Deshalb, dran bleiben. Die neue elektronische Hinweistafel hat keine Wirkung. Eher die neue dynamische Ampelsteuerung. Allerdings können dadurch keine allzu aussagekräftigen Gangkurven mehr ermittelt werden.

§ 45 StVO (Schutz der Bevölkerung vor Lärm und Abgasen) existiert! Tempo 30 auch. In anderen Straßen Böblingens, beispielsweise ohne Wohnbebauung.

3.) Der nächtliche Verkehr ist zur Zeit, auch an den Feiertagen, unerträglich. Die LKW-Durchfahrten finden häufiger als in früheren Jahren statt. Ab ca. 1.15 Uhr beginnen die Aufweckereignisse, die Spitze findet zwischen 3 und 4 Uhr morgens statt. Eine Aktion ist in Planung.

4.) Kurz nach Durchführung der Verkehrszählungen erhöhen sich - wie vorausgesagt - die Verkehrszahlen nebst LKW-Verkehr über 7,5 Tonnen. Die zynische Stadtentwicklungsplanung wird weiter ungerührt fort- und umgesetzt. Die FLS ist wohl schon seit den 80er-Jahren als Hauptautobahnzubringer vorgesehen. Das findet nun seine Bestätigung, sowohl hinsichtlich kommunaler als auch regionaler und sonstiger Planungen. Wir sind das Freiwild!

5.) Der neue Regionalplan liegt bald aus. Schauen wir mal rein, ob unser Schreiben von 2006 an den Verband Region Stuttgart gefruchtet hat und wir als eine der regionalen Hauptverkehrsstrecken endlich abgelöst werden. Dazu gibt es schon lange die Umfahrungen 6, 6 und 13. 

Nachtrag 26.3.2008: Im neuen Regionalplan sind wir weiterhin als "Straße für den regionalen Verkehr" vorgesehen. Aufgrund der neuen Methodik bedeutet dies eine Abstufung gegenüber dem derzeitgen Stand, da die FLS "nur noch" als einer von mehreren (kürzesten) Zubringern betrachtet wird. An der Realität wird das zwar nichts ändern, aber ein kleiner Fortschritt auf dem Papier ist besser als gar nichts. Das Problem liegt am unausgegorenen kommunalen Verkehrskonzept und der Stadtentwicklungsplanung.Unsere Vertreterinnen und Vertreter im Regionalparlament werden wir wohl bald anschreiben, ebenso die Stadtverantwortlichen. Denn schon eine kleinere verkehrsrechtliche Anordnung der Stadt könnte uns hinsichtlich der regionalen Beurteilung wesentlich besser stellen, z.B. ein Nachtfahrverbot.

Ausserdem soll die A 81 (aus Richtung Stuttgart) bis Böblingen-Ost 8-spurig und ab dann 6-spurig ausgebaut werden. Zusätzlich ist ein Vollausbau der Anschlußstelle BB-Ost vorgesehen. Das ist schön abgestimmt mit der katastrophalen Böblinger Stadtentwicklungsplanung, den 2 Brummkreiseln und Sindelfingen. Mal schauen, wie weit die Region das ernst nimmt.

6.) Durch den beschlossenen Brummkreisel (Kreisverkehr Listplatz/Wolfgang-Brumme-Allee) werden wir noch mehr überörtlichen Durchgangsverkehr bekommen - auch LKW. Das bringt uns wahrscheinlich die ausreichende Fahrzeugmenge, so dass wohl bald ein Wert über 75 dB(A) tags und 65 nachts erreicht wird. Wenn wir das nicht wollen, müssen wir am Ball bleiben und uns ein paar neue Strategien ausdenken. Für Anregungen sind die Sprecher immer dankbar.

62/72 dB(A) wären Auslösewerte für behördliche Massnahmen. Gesundheitlich bedenklich wird es schon bei 60 nachts und 70 tags, wobei wir nachts schon immer drüberliegen.

7.) 2009 sind Wahlen. Das behalten wir im Auge. Vielleicht können wir dann endlich damit durchdringen, dass wir keine 120.000 Fahrzeuge/Tag brauchen, um ähnliche Werte wie knapp neben der Autobahn zu bekommen, vor allem bei nasser Fahrbahn.

8.) Die Innenstadt ist in einem Zustand, der viele zum Einkauf in die Nachbar- oder Landeshauptstadt lockt. Diesen Verkehr durch die FLS können wir eindämmen, indem wir intelligente (!) Stadtentwicklungsmaßnahmen unterstützen. Beim Verkehrskonzept gehört dazu auch die Abstimmung mit Sindelfingen - und wegen der A 81 - die mit Bund und Land. Wir passen da weiter auf und greifen notfalls unterstützend ein.

9.) Mut - Ihr Lieben! Bei einigen Tatsachen, die in den letzten Jahren als "übertrieben" oder "subjektive Eindrücke" der Liststräßler abgetan wurden, hat sich mittlerweile herausgestellt, dass sie doch gestimmt haben könnten - z.B. Gelegenheits-Autorennen in der Straße, viele Stauopfer mit einer Durchfahrtszeit von 30 bis über 60 min (für 750 m Friedrich-List-Straße), die Existenz der Leibnizstraße, bis zu 100 LKW über 7,5 to am Tag u.a..

Das Sprechen darüber hat geholfen. Die Stausituation hat sich dramatisch verbessert, es fuhren deutlich weniger LKW - und wir konnten uns bei der Stadtverwaltung für diese Anfangserfolge bedanken.

Sprechen wir doch weiter über Dinge, die uns auffallen! Auch die positiven. 

10.) Die historische Möglichkeit, zur Zeit den Kardinalfehler A 81/B14 endlich zum Wohl der gesamten Region zu korrigieren, kann gar nicht häufig genug betont werden. Ebenso, dass wir eine unnötig belastete Wohnstraße mit einer schnelleren, wohnbebauungsfreien und offiziellen Umfahrungsstrecke sind. Das sollten wir immer wieder ansprechen.

11.) Tempo machen. Die bisher vertrödelten Zeiträume bei den Planungen zur Erweiterung der Autobahn und des Baus der Nordtangente werden länger und länger. Hoffen wir, dass die Planungsgruppe etwas Zug hereinbringt. Welche Lösung dabei erarbeitet wird, ist den meisten Liststräßlerinnen und Liststräßlern inzwischen einerlei. Hauptsache, der bestmögliche Lärmschutz für die betroffenen Wohngebiete wird endlich durchgesetzt. Wir wissen seit 40 Jahren, was Lärm oberhalb der Grenze zu Gesundheitsschäden bedeutet. Ob es Tunnel, Deckel oder die superhässlichen 20 Meter hohen Lärmschutzwände werden, mag ein Jahrhundertthema sein - unsere Gesundheit ist es auch. Wir sind für alle Lösungen offen, Hauptsache zügig. Damit stehen wir nicht allein. Sollte der Bund seine unsägliche bis brutale Haltung bezüglich der Kostentragung beibehalten und damit weitere Verzögerungen auslösen, werden wir etwas aktiver werden müssen. Auch andere BAB-Projekte in Baden-Württemberg leiden unter Benachteiligung durch den Bund.

12.) Tempo machen. Die notwendigen Umleitungsstrecken in der Bauphase sind weit und breit nicht zu sehen. Auch die B 464, welche aber nur eine kleine Entlastung bringen würde, wird frühestens 2011 fertiggestellt. Es ist jedoch davon auszugehen, dass weiterhin jedes halbe Jahr eine zusätzliche Verzögerung eintritt. Der bisherige Rhythmus: alle drei Monate gibt es eine Meldung, dass sich die Fertigstellung wieder um ein halbes Jahr verzögert. Besser wäre, wenn alle drei Monate die Meldung käme, dass die Fertigstellung bereits ein halbes Jahr früher als geplant erfolge. Bis heute würde das einen Unterschied von drei Jahren ausmachen.

Der Hauptpunkt ist und bleibt die Nordtangente. Sollte diese nicht vor der Erweiterung der A 81 von der Leibniz- bis zur Calwer Straße fertiggestellt sein, wird wegen der Verengung der Wolfgang-Brumme-Allee (=Lahmlegen von 3 Umleitungsstrecken), sowie dem gleichzeitigen Umbau der Leibnizstraße (= Lahmlegen weiterer 3 Umleitungen) mit häufigen Verkehrszusammenbrüchen in der gesamten Region Stuttgart zu rechnen sein. Dabei geraten sowohl die Gesundheit der Bevölkerung als auch die Existenz von Betrieben und Arbeitsplätze in Gefahr. Neckar/Mahdental-, Stuttgarter, Friedrich-List-, Zuse- usw., Calwer, Herrenberger, Tübinger Straße usw. werden den Verkehr nicht bewältigen können, womit das gesamte Umland in Probleme geraten wird. Da wird keine Simulation mehr helfen.

Neu ab Mitte April 2008

13.) Da wir ja nur 2% "überörtlichen Durchgangsverkehr" haben, lernen wir statt dessen den Begriff "überörtlicher Durchgangsverkehr plus kordonüberschreitender Quell- und Zielverkehr in Stadtteile oder von Stadtteilen, der über eine oder mehrere bessere Umfahrungsmöglichkeiten verfügt, welche die Belastung von Wohngebieten minimiert oder ganz verhindert" (abgekürzt üDpkQuZiSovSdüeombUvwdBvWmogv) oder "unnötiger und gesundheitsschädlicher Durchgangsverkehr" (abgekürzt üugD). Ändern wird das aber nichts.

14.) Mehr Tempo machen. Die Bestrebungen, die den Ausbau der A 81 verzögern und den Bau der Nordtangente verhindern könnten, treten immer offener auf und glauben auch noch, Gutes zu tun. OB Vogelgsang hat am meisten zu diesen Verschlimmbesserungs-versuchen  beigetragen, indem er ohne Not und entgegen bestehender Rechtsverhältnisse mit dafür sorgte, dass die Leibnizstraße/Nordtangente, für die bereits ein Lärmschutz vorgesehen war, in die Hände Sindelfingens, einer Initiative, des Landes, des Bundes und kleinlichster Finanzierungsstreitigkeiten geriet. In die politische Sprache übersetzt, heißt das "Gesamtschau der Lärmproblematik" und "Planungsgruppe". Real bedeutet das: politische Schwäche, völlig unnötige finanzielle Verluste, Gesundheitsschäden, Belastung der Böblinger Innenstadt, Untergang der kommunalen Planungshoheit, mehr Macht für kleinkarierte Sonderinteressen, Spielwiese für parteipolitische Ränkespieler/innen und Missachtung der dringendsten Notwendigkeiten in der Region Stuttgart.

Und kaum wären weitere 2 verplemperte Jahre vergangen, könnte vielleicht schon das fröhliche Hin- und Herschieben des Schwarzen Peters folgen, während ein ehemaliges Stadtoberhaupt möglicherweise seinen Wohnsitz in eine Gegend mit funktionierender Straßenverkehrsinfrastruktur verlegt.