1.) Wir beschränken uns auf das Ziel Tempo 30 zum Schutz der Bevölkerung gegen Lärm und Abgase (§ 45 1b Nr. 5 StVO).
Vorteile: Erfolgversprechend in Verbindung mit der konsequenten Leitung des Verkehrs über die vorhandene und wohnbebauungsfreie Tangente (Leibnizstraße, U 6) und den allgemein anerkannten Planungsgrundlagen (60 dB(A) und 70 dB(A)) bzw. der ständig sinkenden Auslösewerte für die Pflicht zur Durchführung von Lärmminderungsmaßnahmen. Notfalls könnten auch übergeordnete Behörden eingeschaltet werden.
Wir haben nach der letzten Berechnung Werte von nachts 60 - 64 dB(A) und tagsüber von 69 - 74 dB(A). Das liegt deutlich über den mittlerweile anerkannten Schwellenwerten für eine Gesundheitsgefährdung. Rein rechtlich ist die ganze Sache noch nicht ganz so weit, aber dies ist nur eine Frage der nächsten Zeit.
Die Versuche, uns gegen andere Initiativen auszuspielen, entfallen zum größten Teil. Vor allem rückt die Durchsetzbarkeit in greifbare Nähe. Die Planungshoheit der Gemeinde als Totschlagargument entfällt und die Angelegenheit kann diskret angegangen werden.
Nachteile: Die Verkehrsprobleme der Stadt und des gesamten Umlandes werden nicht nachhaltig gelöst. Es besteht zudem die Gefahr, dass die verkehrsrechtliche Anordnung von Tempo 30 mit ein paar Kniffen wieder rückgängig gemacht wird und die ganze Angelegenheit von vorne beginnt.
2.) Wir unterstützen die grundsätzliche Lösung des Verkehrsproblems, indem wir weiter den verkehrs-, menschen-, und städtegerechten Ausbau der A 81 vorantreiben, bzw. dessen Finanzierung durch den Bund. Dazu gehört nicht nur die Entlastung der gesamten Innenstadt durch leistungsfähige Tangenten, sondern auch ein gemeinsames Verkehrskonzept mit Sindelfingen, sowie eine sinnvolle Abstimmung mit Bund, Land und Region. Hauptproblem dabei ist die Finanzierung, die mit etwas Einfallsreichtum durchaus möglich gemacht werden kann.
Vorteile: Das Verkehrsproblem wird nachhaltig gelöst, nicht nur die FLS und die gesamte Innenstadt, sondern die ganze Region Stuttgart wird entlastet.
Nachteile: Langwierig, viel Arbeit, viel Politik, viel Gegnerschaft durch Einzel- und Sonderinteressen. Kommunale Fehlplanungen, die ebenfalls revidiert werden müssen. Dafür im Böblinger Rahmen ausreichend Unterstützung zu finden, wird etwas Zeit und Arbeit in Anspruch nehmen.
3.) Wir tun nichts, ergeben uns in unser Schicksal und betrachten die Sache satirisch:
Vorteile: Zunehmende Gesundheitsgefahren ausschließlich durch Lärm, Abgase, Erschütterungen, dafür aber keine zusätzlichen Beeinträchtigungen durch aufreibende Erlebnisse, die ein Engagement so mit sich bringt. Und Böblingen bleibt, was es ist: eine durchaus unterhaltsame "Provinzverkehrsposse" (Zitat Amtsblatt).
Außerdem: die neuen Entwicklungen (zunehmender LKW- und überörtlicher Durchgangsverkehr, Stadtentwicklungsplanungen bez. Wolfgang-Brumme-Allee u.a) machen die FLS (auch Stuttgarter und Landhausstraße) sowohl zur neuen Hauptverkehrsachse durch Böblingen, als auch zum Autobahnzubringer mit großer Bedeutung für das gesamte Umland. Dies wiederum ergibt dann Lärm-, Feinstaub- und Immissionswerte, die eine Pflicht zur Durchführung entlastender Maßnahmen begründen. Alles Gute kommt damit wie von selbst und der Verkehr in unserem Wohngebiet wird auf zukünftige 10.000 - 12.000 Fahrzeuge/Tag begrenzt bleiben.
Unsere Häuser verlieren zwar an Wert, aber die Grundstückspreise steigen, da sich viele Unternehmen wegen der Nähe zur Innenstadt und gleichzeitig zur Autobahn für unsere Straße interessieren werden.
Nachteile: Niemand wird sich für die Lösung unserer Probleme interessieren, dafür aber für deren Vergrößerung, da dann die Immobilienpreise noch weiter fallen. Dadurch werden viele Firmen statt ins kreditfinanzierte Flugfeld in die FLS ziehen, die beiden Städte sind daraufhin so tief in der Kreide, dass sie keinen Schuldendienst mehr leisten können. Die Banken müssen in Folge ihre kommunalen Kredite abschreiben und geraten weiter in die Krise. Deshalb werden Firmenkredite gekündigt, viele Unternehmen melden Konkurs an und die Weltwirtschaft bricht zusammen.